DER BLACK FRIDAY UND DER UMGEHBARE KAUFRAUSCH

Der Wecker klingelt… es ist 6 Uhr morgens und ein gewöhnlicher Freitag. Ungewöhnlich viele Werbemails für einen Freitag… doch der Blick ins Postfach lässt mich schon erahnen welcher Tag heute ist: es ist Black Friday. Wie jedes Jahr, werden auch am heutigen Schnäppchentag jede Menge Menschen zum Werbeopfer und konsumieren Produkte, die sie nicht benötigen.

WAS HINTER DEM BLACK FRIDAY STECKT

Neben dem 23. Dezember, der 2016 auch als “Panic Friday” betitelt wurde, ist der Black Friday für Einzelhändler einer der umsatzstärksten Tage im Jahr. Schon Wochen vorher werden Werbekampagnen erstellt, die mit extremen Rabattversprechen auf sich aufmerksam machen. Ob als digitale Werbung über Email, als Plakate in der Innenstadt oder auf Bannern in Läden – dem Kunden werden die scheinbaren Schnäppchen bereits vorher schmackhaft gemacht.

Wie ein nerviger Verkäufer der zum Kauf drängen will, sitzt die Werbung unbewusst im Nacken – und signalisiert unserem Gehirn: jetzt ist zuschlagen angesagt! Was uns als der Schnäppchentag schlechthin präsentiert wird, ist allerdings bis ins kleinste Detail durchgeplant und marketingtechnisch durchdacht! Nicht zufällig hat auch Deutschland den aus Amerika bekannten “Black Friday”, der jährlich am Freitag nach Thanksgiving stattfindet, übernommen! Allein schon bei Studien, die eine Umsatzsteigerung von bis zu 180% an dem besagten Black Friday aufzeigen, sollte man sich bewusst machen, wie gut diese Marketingfalle den Verkauf auf unsere Kosten vorantreibt.

VERKAUFSSTRATEGIE ERKENNEN

Stell dir folgendes Szenario vor: du betrittst einen Laden, schaust dich um, aber brauchst nicht wirklich etwas. Es kommt ein Verkäufer auf dich zu und will dir etwas verkaufen. Genervt vom aufdringlichen Verhalten des Verkäufers, drehst du dich um und verlässt den Laden.

Gleiches Szenario, nur ohne einem physisch vorhandenen Verkäufer: du betrittst einen Laden, schaust dich um, aber brauchst nicht wirklich etwas. Mit der vorher durch Werbung kommunizierten Illusion am heutigen Tag viel Geld zu sparen, fällt dir ein rotes Schild ins Auge: 40% auf ausgewählte Artikel. Angelockt von scheinbar extrem reduzierten Preisen erwischst du dich plötzlich in der Umkleide und schon kurze Zeit später stehst du mit 5 verschiedenen „Schnäppchen“ an der Kasse. Was ist passiert?

UNBEWUSSTES BEWUSST MACHEN

Das, liebe Freude, nennt man gutes Marketing!
Beide Szenarien gehen von der gleichen Ausgangssituation aus, in der du bei einem Stadtbummel zum Schauen in einen Laden läufst. Die vom Kunden als sehr lästig wahrgenommene Aufgabe des Verkäufers, dir Produkte aufzuschwatzen, wirst du heute kaum noch antreffen. Diese Funktion übernimmt im Großen und Ganzen die Werbung. In einem für den Kunden viel angenehmeren und kaum wahrnehmbaren Prozess, brennt sich die Botschaft des Black Fridays in das Gedächtnis. Der Kunde verfällt einem unbewussten Druck des Konsums. Es entsteht die Angst, ein gutes Angebot zu verpassen und gleichzeitig die Verpflichtung ein angebotenes Schnäppchen besitzen zu wollen. Ob dafür Bedarf besteht oder nicht bleibt außer Acht.

BUY LESS BUT BUY GOOD

Natürlich ist gegen den ein oder anderen Kauf, der in nächster Zeit sowieso geplant war, nichts auszusetzen. Immerhin kann man im einen oder anderen Shop am Black Friday wirklich Geld sparen! Kritisch wird es allerdings bei Lustkäufen und durch Rabatte gesteuerte Käufe. Diese geschehen rein aus der Intention, etwas extrem günstiges zu erwerben und dadurch die Kauflust zu befriedigen.

Halte deshalb deine Augen nur nach den Dingen offen, die du dir schon seit längerer Zeit kaufen wolltest oder gerade wirklich benötigst. Vermeide jegliche Käufe, die nur aus reinem Konsumgenuss entstehen. Diese landen nämlich üblicherweise weit hinten im Schrank und werden nur selten ausgepackt!

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